Im Französischen ist das direkte Objekt des Verbs entweder durch ein lexikalisches NS oder durch ein klitisches Pronomen besetzt. Erstere stehen postverbal, letztere präverbal, wie B1 zeigt.
| B1. | a. | J'ai vu Jean. |
| “Ich habe Hans gesehen.” | ||
| b. | Je l'ai vu. | |
| “Ich habe ihn gesehen.” |
In einem gegebenen Satz steht im Standardfranzösischen (ebenso wie in zahlreichen anderen Sprachen) entweder ein lexikalisches oder ein pronominales Objekt. Sie können also nicht (wie im Umgangsfranzösischen und einigen anderen Sprachen) in einer Klause kookkurrieren. In solchen Fällen wird nicht selten komplementäre Verteilung festgestellt:
Objekt-NSen sind in komplementärer Verteilung mit Objektklitika am Verb.Eine solche Beschreibung ist nicht korrekt. Nur sprachliche Einheiten, die dieselbe Strukturposition besetzen, können eine paradigmatische Relation eingehen. Die in Rede stehenden Objektausdrücke des Französischen tun das nicht und können infolgedessen auch nicht in komplementärer Verteilung stehen. Was hier gesagt werden soll, ist in Wahrheit, daß sie nicht kookkurrieren können.