Gegeben eine Koordination zweier Klausen S1 und S2, die die gleiche syntaktische Struktur und darin – bei unterschiedlicher lexikalischer Besetzung der übrigen Satzkomponenten – das gleiche Hauptverb haben, so ist Gapping (“Lückenbildung”) die Ellipse des Verbs in einer der beiden Klausen. b und b sind Beispiele.
| . | a. | Mary beat John, and Helen beat Paul. |
| b. | Mary beat John, and Helen, Paul. |
| . | a. | Erna muss Erwin heiraten, und Linda muss Fritz heiraten. |
| b. | Erna muss Erwin, und Linda muss Fritz heiraten. |
Andere reduktive Koordinationskonstruktionen wie die in kann man auch in paradigmatische Beziehung zur Koordination zweier ganzer Klausen wie in #a setzen.
| . | a. | Erna muss Erwin heiraten und Erna muss Fritz heiraten. |
| b. | Erna muss Erwin und Fritz heiraten. |
Dies ist hier aber zur Erklärung der Koordination von b nicht nötig, weil es ohnehin eine Regel gibt, nach der man zwei nominale Ausdrücke wie Erwin und Fritz direkt koordinieren kann. Das geht aber in b nicht, weil es kein koordinatives Syntagma Erna muss Erwin, und Linda muss Fritz gibt; und noch viel weniger geht es in . Gapping unterscheidet sich also von anderen koordinativen Konstruktionen dadurch, dass es nur erklärbar ist als Mitglied des in der Definition angesetzten syntaktischen Paradigmas.