Jede einzelne Methode liefert Ergebnisse, deren Richtigkeit von den Voraussetzungen der Methode – also von deren Validität und Zuverlässigkeit – abhängt. Wann immer möglich, wendet man mehrere Methoden an, die einander ergänzen; Methodenmonismus ist steril. Das gilt auch und gerade auf der obersten methodologischen Ebene: Durch Anwendung nur einer Methode oder Heuristik kann man leicht in die Irre gehen. Ein Untersuchungsergebnis wird desto sicherer, durch je mehr unabhängige Methoden man dazu gelangt. Als Beispiel sehe man die Darstellung einer Untersuchung zum Begriff der linguistischen Begabung.
Z.B.: sprachliche Kategorisierung von Geräuschen:
- strukturale Semantik
- psycholinguistische Experimente.
Beispiel: Kategorisierung von Sprachlauten:
- akustische Kriterien,
- artikulatorische Kriterien.
Beispiel: Erhebung des Vokabulars einer Sprache:
Im Rahmen einer Sprachdokumentation und -beschreibung ist auch ein Lexikon zu erstellen. Zwei Methoden dazu sind die folgenden:
- Lemmatisierung der Wortvorkommen in einem Textkorpus und darauf aufbauende lexikalische Analyse
- systematische und vollständige Erhebung zentraler lexikalischer Felder (Verwandtschaftstermini, Tiere, Pflanzen, Begriffe und Namen aus Geographie und Topographie, Körperteile, Farben, Sprechakte, Textgenres) durch Elizitation.
Identifikation von Problemen in L2 für Lerner von L1
- Kontrastive Linguistik
- Fehleranalyse.
Die Ergebnisse der Anwendung alternativer Methoden müssen natürlich nicht koinzidieren. Aus der Theorie muß zuvor abgeleitet werden, was genau jede Methode erbringt und ob ihre Resultate überhaupt dem Erkenntnisinteresse entsprechen.