9. Phonologische Merkmale des Spanischen 21.08.2026

Die folgende Tabelle zeigt die Klassifikation der spanischen Phoneme nach den akustisch basierten Merkmalen von Roman Jakobson, so wie sie in Quilis 1999:56 geboten wird.

Akustische Merkmale des Spanischen nach Quilis 1999:56
fonemas
rasgos
pbfmθtdsnlrɾʧɲʎjiekgxwuoa
vocálico - - - - - - - - - + + + - - + - + + - - - - + + +
consonántico + + + + + + + + + + + + + + + - - - + + + - - - -
denso + + + + - - + + - - +
difuso + + + + + + + + + + + - + + -
grave + + + + - - - - + + + + + + -
agudo + + + + - + + + + + -
nasal - - - + - - - - + - + - - - -
continuo - ± + + - ± + + + + + + - + + ± - ± +
sonoro - + - + - + - - + - + + - + - +
estridente - - - - - - + + - - -
tenso + -

Die Klassifikation will Redundanz vermeiden, indem sie unterspezifiziert. So sind z.B. alle Vokale [- nasal], aber das läßt sich durch Regel ([+ voc, - cons] -> [- nasal ]) ableiten.

Die beiden spanischen r sind nach Quilis nicht distinkt. Die Beschreibung der Opposition durch [+/- tenso] wird in Alarcos Llorach 1974:83 vorgeschlagen.

Manche Oppositionen bestehen in vielen verschiedenen Kontexten, andere nur in wenigen (und sind in den anderen neutralisiert). Z.B. die Opposition /p : b/ findet sich in folgenden Minimalpaaren:

Sie besteht also am Wortanfang, intervokalisch und zwischen Konsonant und Vokal.

Die Opposition /ɾ : r/ dagegen besteht nur intervokalisch: moro : morro.

Eine Opposition, die in mehr verschiedenen Kontexten als eine andere auftritt, hat eine höhere funktionelle Belastung (engl. functional load) als diese.